Feb 22, 2026

Albertina Museum- selected provenances Kallir - Kornfeld - Klipstein- Nathan 2020

 ALBERTINA Sammlungen Online ALBERTINA.AT

Tit e l

Der Schimmel

Kü n st le r _in

Henri de Toulouse-Lautrec (Albi 1864 - 1901 Schloss Malromé)

D at ie r u n g

1881

G at t u n g

Gemälde

Te ch n ik

Öl auf Leinwand

M aß e

Blatt: 61 x 49,5 cm

Rahmenaußenmaß: 81 x 70,5 x 6 cm

S t ift e r _in / L e ih ge be r _in

Sammlung Batliner

I n ve n t ar n u mme r

GE123DL

Be sch r ift u n ge n

Bez. r.o. "Monfa 1881"

Pr ove n ie n z

Sammlungen Online 22.4.2020

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Gustave Pellet, Paris; Maurice Exsteens, Paris; Galerie Klipstein & Kornfeld, Bern (laut Koella/Billeter 2005)

Cat alogu e r aison n é

Koella/Billeter 2005, 210

R. & H. Batliner Art Foundation (Hg.), Rudolf Koella (Konzept und Red.)/Felix Billeter (Wiss. Mitarb.), Verborgene

Meisterwerke (Kat. Best. R. & H. Batliner Art Foundation, Vaduz 2005), Wien 2005

L it e r at u r ve r z e ich n is

Maurice Joyant, Lautrec, Band I, Paris 1926, S. 206 und 254, Nr. 16;

Édouard-Joseph, Dictionnaire biographique des artistes contemporains, Paris 1934, Band III, S. 344;

M.G. Dortu, Toulouse-Lautrec, Paris 1952, Nr. 120;

M.G. Dortu, Toulouse-Lautrec et son oeuvre, Band II, New York 1971, Nr. P 103;

R. & H. Batliner Art Foundation (Hg.), Rudolf Koella (Konzept und Red.)/Felix Billeter (Wiss. Mitarb.), Verborgene

Meisterwerke (Kat. Best. R. & H. Batliner Art Foundation, Vaduz 2005), Wien 2005, S. 34, Nr. 210, Abb. S. 35;

Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Monet bis Picasso. Die Sammlung Batliner, Albertina, Wien 2007/2008, S. 55, Kat.

18; Ausstellungen (laut Koella/Billeter): Toulouse-Lautrec, Galerie Rosenberg, Paris 1914, Nr. 43;

L'Adieu au Cheval - Toulouse-Lautrec, Galerie Briant, Paris 1929, Nr. 35;

Toulouse-Lautrec, Musée des Arts décoratifs, Paris 1931, Nr. 17;

Gauguin et ses amis, Gazette des Beaux-Arts, Paris 1934, Nr. 125;

La peinture française au 19ème siècle, Musée du Prince Paul, Belgrad 1939, Nr. 109;

Chevaux et cavaliers, Galerie Charpentier, Paris 1948, Nr. 115;

Toulouse-Lautrec, Musée de l'Orangerie, Paris 1951, Nr. 8;

Toulouse-Lautrec, ses amis et ses maîtres, Musée Toulouse-Lautrec, Albi 1951, Nr. 11;

Toulouse-Lautrec, Musée Jacquemart-André, Paris 1959, Nr. 120;

Choix d'une collection privée: Sammlungen G.P. und M.E., Galerie Klipstein & Kornfeld, Bern 1960, Nr. 67;

Fantaisie équestre, Musée cantonal des Beaux-Arts, Lausanne 1982, Nr. 273;

Das Auge des Sammlers - Monet bis Picasso, Bank Austria Kunstforum Wien, 1998, S. 28, Abb. S. 29, Kat. 110;

Monet bis Picasso. Die Sammlung Batliner, Albertina, Wien 2007/2008, S. 55, Kat. 18

Bildt e xt

Infolge seines langen Krankenlagers in den Jahren 1878/79 aufgrund komplizierter Knochenbrüche, die zur

Verkrüppelung seiner Beine führen, beginnt Toulouse-Lautrec bereits früh zu zeichnen. Angespornt durch die Jagdund

Reitleidenschaft seines Vaters und den Tiermaler René Princeteau, einen Freund der Familie, der ihm den ersten

Malunterricht erteilt, zeichnet und malt er zunächst am häu􀁑gsten Hunde und Pferde. Signiert sind diese Frühwerke

oft noch mit „Monfa“, einem Zunamen des alten südfranzösischen Adelsgeschlechts der Toulouse-Lautrec. Diese

Darstellungen zeigen ihn bereits als scharfen und einfühlsamen Beobachter. Der Schimmel Gazelle gehörte zum

Gestüt der Grafen von Céleyran, der Familie von Toulouse-Lautrecs Mutter. Das Bild entsteht im Sommer 1881 auf

Schloss Le Bosc bei Albi, wo der Künstler oft seine Ferien verbringt.

Be st an dskat alog

Rudolf Koella (2005)

Das lange Krankenlager in den Jahren 1878-1879 als Folge schwerer Knochenbrüche, die schliesslich zur

Verkrüppelung seiner Beine führen sollten, liess den jungen Toulouse-Lautrec erst sein ungewöhnliches

künstlerisches Talent entdecken. Angespornt vom Sportmaler René Princeteau, einem Freund der Familie, der dem

jungen Mann den ersten Malunterricht erteilte, zeichnete und malte er anfänglich am liebsten Hunde und Pferde.

Signiert sind diese Frühwerke oft noch mit «Monfa», einem Zunamen des uralten südfranzösischen

Adelsgeschlechts der Toulouse-Lautrec. Der hier wiedergegebene Schimmel «Gazelle » gehörte zum Gestüt der

Grafen von Celeyran, dem Toulouse-Lautrecs Mutter entstammte. Das Bild ist im Sommer 1881 auf Schloss Le Bosc

bei Albi entstanden, wo der junge Künstler oft die Ferien verbrachte. Im gleichen Sommer hielt er dieses edle Pferd

Sammlungen Online 22.4.2020

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noch ein zweites Mal fest, diesmal im Profil1.

Obschon erst siebzehnjährig, erweist sich der Maler hier wie dort als scharfer und einfühlsamer Beobachter. Das in

seiner engen Box eingesperrte Pferd wirkt unruhig und gereizt; es knappert ungeduldig am Holz der Tür und stellt

die Ohren auf. Erstaunlich ist auch die Ökonomie der eingesetzten gestalterischen Mittel. Sind Tür und Hintergrund

im gleichen warmen Braunton gehalten, ist das kalte Weiss des Fells im Schatten raffiniert zu Hellblau vertieft.

1 Vgl. den Kommentar im Ausstellungskatalog Choix d'une collection privée: Sammlungen G.P. und M.E, Galerie

Klipstein & Kornfeld , Bern 1960, Nr. 67.

zitiert aus: R. & H. Batliner Art Foundation (Hg.), Rudolf Koella (Konzept und Red.)/Felix Billeter (Wiss. Mitarb.),

Verborgene Meisterwerke (Kat. Best. R. & H. Batliner Art Foundation, Vaduz 2005), Wien 2005, S. 34, Nr. 210.

Zuletzt bearbeitet: 20/12/2017

Erstellung: 08/05/2007


Tit e l

Im Garten: Friede

Kü n st le r _in

Augusto Giacometti (Stampa (Bergell) 1877 - 1947 Zürich)

D at ie r u n g

1915

G at t u n g

Gemälde

Te ch n ik

Öl auf Leinwand

M aß e

Blatt: 90 x 123,5 cm

Rahmenaußenmaß: 99 x 132,5 x 6 cm

S t ift e r _in / L e ih ge be r _in

Sammlung Batliner

I n ve n t ar n u mme r

GE45DL

Be sch r ift u n ge n

Sammlungen Online 22.4.2020

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Bez. l. u. "AUGUSTO / GIACOMETTI"

Ke n n z e ich n u n ge n

Bezeichnet verso (auf dem Keilrahmen): Augusto Giacometti Friede

Pr ove n ie n z

A. L. Vischer-von-Bonstetten, Basel; Galerie Beyeler, Basel; Arthur Stoll, Arlesheim/Corseau; Privatbesitz Schweiz;

Auktion Galerie Kornfeld, Bern, 17. Juni 2005, Lot 42 (laut Koella, 2012)

Cat alogu e r aison n é

Koella 2012, 28

R. & H. Batliner Art Foundation (Hg.), Rudolf Koella (Konzept und Red.), R. & H. Batliner Art Foundation.

Neuerwerbungen 2005-2011 (Kat. Best. R. & H. Batliner Art Foundation, Vaduz 2012), Vaduz 2012

L it e r at u r ve r z e ich n is

Erwin Poeschel, Augusto Giacometti, Monographien zur Schweizer Kunst, Zürich/Leipzig 1928, S. 72, WV o.Nr.;

Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft (Hg.), Sammlung Arthur Stoll, Skulpturen und Gemälde des 19. und

20. Jahrhunderts, Zürich/Stuttgart 1961, Nr. 210, Abb.;

Bündner Kunstmuseum Chur (Hg.), Hans Hartmann (Autor), Augusto Giacometti, Pionier der abstrakten Malerei. Ein

Leben für die Farbe, Chur 1981, WV Nr. 832, Abb. S. 124;

Beat Stutzer/Lutz Windhöfel, Augusto Giacometti, Leben und Werk, Chur 1991, Abb. 185;

R. & H. Batliner Art Foundation (Hg.), Rudolf Koella (Konzept und Red.)/Felix Billeter (Wiss. Mitarb.), Verborgene

Meisterwerke (Kat. Best. R. & H. Batliner Art Foundation, Vaduz 2005), Wien 2005, S. 19 und Abb. S. 23;

R. & H. Batliner Art Foundation (Hg.), Rudolf Koella (Konzept und Red.), R. & H. Batliner Art Foundation.

Neuerwerbungen 2005-2011 (Kat. Best. R. & H. Batliner Art Foundation, Vaduz 2012), Vaduz 2012, S. 24 f., Kat. 28,

Abb. S. 25

Be st an dskat alog

Rudolf Koella (2012)

Gemalt im Kriegsjahr 1915, stellt dieses Bild den Versuch dar, mit den Mitteln der Malerei ein Sinnbild des Friedens

zu scha􀁙en. Als Antwort auf das grausame Schlachtengetümmel dachte sich Augusto Giacometti eine

Figurenkomposition aus, die man sich idyllischer nicht vorstellen kann. Drei Kinder – es sind wohl alles Mädchen –

sitzen in einer stark stilisierten Landschaft und blicken still auf eine Frau mit zitronengelbem Haar, die ihnen

vorzulesen scheint. Dass das blau-rot gekleidete Mädchen rechts eine schwarze Taube in einer Hand hält,

unterstreicht den allegorischen Sinngehalt der Szene noch.

Ausgeführt ist das großformatige Bild in einem sehr kühnen, 􀁛ächig-dekorativen Malstil, den Augusto Giacometti

um 1910 zu entwickeln begonnen hatte und der ihm später den Ruf einbrachte, einer der ersten abstrakten Künstler

der Geschichte gewesen zu sein. Über einer hellgrauen Grundierung sind mit dem Palettmesser und dick􀁛üssiger

Ölfarbe Farb􀁛ecke aufgetragen, die sich wie Mosaiksteine zu großen 􀁛ächigen Gegenstandsformen

zusammenfügen. Weil diese Gegenstandsformen so stark stilisiert sind, dass ihre Bedeutung oft kaum mehr

erkennbar ist, hat der Künstler gewisse Konturen mit spitzem Pinsel und schwarzer Farbe nachgezeichnet. Die

Umgebung der Figuren beließ er dagegen als hellgraue Folie, bereicherte sie jedoch mit unregelmäßig verteilten,

dunkler getönten Flecken, sodass sie fast ebenso lebendig bewegt wirkt wie die Figuren.

Vorbereitet hat der Künstler die Komposition mit einer winzig kleinen Pastellstudie, auf der vier im Freien sitzende

Kinder zu erkennen sind. Eng verwandt ist dem Bild eine noch grössere Figurenkomposition aus demselben Jahr,

die auf nicht weniger kühn abstrahierende Art die Muttergottes mit dem Jesuskind darstellt, wobei letzteres

merkwürdigerweise ein Spielzeugpferd in den Händen hält.[1]

[1] Beide Werke sind abgebildet in: Hans Hartmann, Augusto Giacometti, Pionier der abstrakten Malerei. Ein Leben

für die Farbe, hg. vom Bündner Kunstmuseum Chur, Chur 1981, S. 124 (Nr. 831) und S. 125 (Nr. 865).

R. & H. Batliner Art Foundation (Hg.), Rudolf Koella (Konzept und Red.), R. & H. Batliner Art Foundation.

Neuerwerbungen 2005-2011 (Kat. Best. R. & H. Batliner Art Foundation, Vaduz 2012), Vaduz 2012, S. 24, Kat. 28.

Zuletzt bearbeitet: 09/04/2020

Erstellung: 18/05/2007

Sammlungen Online 22.4.2020

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Tit e l

Kühe bei Sonnenuntergang

Kü n st le r _in

Ernst Ludwig Kirchner (Aschaffenburg 1880 - 1938 Frauenkirch bei Davos)

D at ie r u n g

um 1918/19

G at t u n g

Gemälde

Te ch n ik

Öl auf Leinwand

M aß e

Blatt: 70 x 80,5 cm

Rahmenaußenmaß: 88,5 x 99,5 x 7,5 cm

S t ift e r _in / L e ih ge be r _in

Sammlung Batliner

I n ve n t ar n u mme r

GE58DL

Be sch r ift u n ge n

Bez. verso: "E.L. Kirchner 18 / Kühe bei Sonnenuntergang"

Ke n n z e ich n u n ge n

verso: "E.L. Kirchner 18 / Kühe bei Sonnenuntergang"

Pr ove n ie n z

Nachlass des Künstlers, Frauenkirch bei Davos; Dr. Franz Jakob 1942 , Davos; Auktion Galerie Kornfeld, Bern, 20.-

22. Juni 1984, Lot 443 (laut Koella/Billeter 2005)

Cat alogu e r aison n é

Gordon 1968, Nr. 640; Koella/Billeter 2005, 100

R. & H. Batliner Art Foundation (Hg.), Rudolf Koella (Konzept und Red.)/Felix Billeter (Wiss. Mitarb.), Verborgene

Meisterwerke (Kat. Best. R. & H. Batliner Art Foundation, Vaduz 2005), Wien 2005

L it e r at u r ve r z e ich n is

Donald E. Gordon, Ernst Ludwig Kirchner, mit einem kritischen Katalog sämtlicher Gemälde, München 1968, Nr. 640

(hier 1919-1920 datiert);

Sammlungen Online 22.4.2020

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R. & H. Batliner Art Foundation (Hg.), Rudolf Koella (Konzept und Red.)/Felix Billeter (Wiss. Mitarb.), Verborgene

Meisterwerke (Kat. Best. R. & H. Batliner Art Foundation, Vaduz 2005), Wien 2005, S. 128, Nr. 100, Abb. S. 129;

Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Monet bis Picasso. Die Sammlung Batliner, Albertina, Wien 2007/2008, S. 213, Kat.

136;

Ausstellungen (laut Koella/Billeter): Das Auge des Sammlers - Monet bis Picasso, Bank Austria Kunstforum Wien,

1998, S. 76, Abb. S. 78, Kat. 51;

Vision einer Sammlung, Museum der Moderne, Salzburg 2004, Abb. S. 45;

Expressiv! Die Künstler der Brücke - Die Sammlung Hermann Gerlinger, Albertina, Wien 2007, Nr. 161, S. 278-279;

Monet bis Picasso. Die Sammlung Batliner, Albertina, Wien 2007/2008, S. 213, Kat. 136

Bildt e xt

Der Zerfall der „Brücke“ im Jahr 1913 führt bei Kirchner zu Vereinsamung und innerer Unruhe. 1914 meldet er sich

zum Militärdienst, erleidet dort jedoch einen schweren physischen und psychischen Zusammenbruch. Nach

wiederholten Aufenthalten in Sanatorien, die keine wesentliche Besserung seines Nervenleidens sowie seiner

Alkohol- und Tablettensucht bringen, wählt er 1918 den Kurort Davos als neuen Lebensmittelpunkt. Mit seiner

Lebensgefährtin Erna Schilling lebt er in einer Hütte auf der Stafelalp bei Frauenkirch. Die unberührte

Gebirgslandschaft, das weidende Vieh und die Bergbauern bei der Arbeit werden Kirchners bevorzugte Themen.

Mit der Beruhigung seines Gemütszustands verändert sich sein Stil. Scharfe Konturen, intensive Farben sowie ein

betont 􀁛ächiger Aufbau charakterisieren sein Werk. Das Gedrängte und Hektische früher Bilder weicht einer

weiträumigen Ruhe und romantischen Stimmung.

Be st an dskat alog

Rudolf Koella (2005)

Als Kirchner zu Beginn seiner Davoser Zeit das vorliegende Bild malte, war er noch immer rekonvaleszent. Der

Dienst bei der Feldartillerie 1914-1915 hatte ihn nervlich so stark angegri􀁙en, dass er schließlich aus dem Wehrdienst

entlassen wurde. Nachdem er 1917 einige Zeit in Sanatorien verbracht hatte, zuletzt in der Klinik des renommierten

Dr. Ludwig Binswanger in Kreuzlingen am Bodensee, zog er im Juli 1918 nach Davos, wo er sich mit seiner

Lebensgefährtin Erna Schilling in einer Alphütte auf der Stafelalp bei Frauenkirch niederließ. Wie sehr Kirchner die

Ruhe und Einfachheit des Lebens in den Bergen gut tat, zeigt auch das vorliegende Bild Kühe bei

Sonnenuntergang. Dargestellt sind ein paar Kühe an einer alten Tränke oberhalb der Stafelalp mit Ausblick auf den

Altein. Mit letzter Kraft strahlt die Abendsonne über den Bergrücken und taucht Tiere und Landschaft in eine fast

grelle Farbigkeit. Zwar hat Kirchner dieses Bild rückseitig ins Jahr 1918 datiert, dies aber wahrscheinlich erst einige

Zeit nach seiner Entstehung, so dass, wie der Oeuvrekatalog suggeriert, auch eine etwas spätere Entstehungszeit

vorstellbar ist.1 Sicher ist, dass das Bild ganz an den Anfang von Kirchners Davoser Zeit gehört. Auch in der

Druckgraphik beschäftigte sich der Künstler damals mit dem Motiv weidender Kühe. Auf einer Radierung von 1919

􀁑ndet sich sogar eine nahezu identische Abbildung der Kuh rechts auf dem vorliegenden Bild (Weidende Kuh,

1919)2.

1 Vgl. Donald E. Gordon, Ernst Ludwig Kirchner, mit einem kritischen Katalog sämtlicher Gemälde, München 1968,

Nr. 640 (hier 1919-1920 datiert).

2 Annemarie und Wolf-Dieter Dube, Ernst Ludwig Kirchner: Das graphische Werk, München 1967, Nr. 252.

zitiert aus: R. & H. Batliner Art Foundation (Hg.), Rudolf Koella (Konzept und Red.)/Felix Billeter (Wiss. Mitarb.),

Verborgene Meisterwerke (Kat. Best. R. & H. Batliner Art Foundation, Vaduz 2005), Wien 2005, S. 128, Nr. 100.

Zuletzt bearbeitet: 19/12/2017

Erstellung: 08/05/2007

Sammlungen Online 22.4.2020

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Tit e l

Traum ist es

Kü n st le r _in

Sam Francis (San Mateo (Kalifornien) 1923 - 1994 Santa Monica)

D at ie r u n g

1962 - 63

G at t u n g

Gemälde

Te ch n ik

Acryl auf Leinwand

M aß e

66 x 76 cm

Rahmenaußenmaß: 75,5 x 85,5 x 6 cm

S t ift e r _in / L e ih ge be r _in

Sammlung Batliner

I n ve n t ar n u mme r

GE42DL

Be sch r ift u n ge n

Bez. verso: "Sam Francis 1963 L.A."

Pr ove n ie n z

Galerie Kornfeld & Klipstein, Bern; Privatbesitz Schweiz; Galerie Beyeler, Basel (laut Koella/Billeter 2005)

Cat alogu e r aison n é

Koella/Billeter 2005, 69

R. & H. Batliner Art Foundation (Hg.), Rudolf Koella (Konzept und Red.)/Felix Billeter (Wiss. Mitarb.), Verborgene

Meisterwerke (Kat. Best. R. & H. Batliner Art Foundation, Vaduz 2005), Wien 2005

L it e r at u r ve r z e ich n is

R. & H. Batliner Art Foundation (Hg.), Rudolf Koella (Konzept und Red.)/Felix Billeter (Wiss. Mitarb.), Verborgene

Meisterwerke (Kat. Best. R. & H. Batliner Art Foundation, Vaduz 2005), Wien 2005, S. 366, Nr. 69, Abb. S. 367;

Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Monet bis Picasso. Die Sammlung Batliner, Albertina, Wien 2007/2008, S. 372, Kat.

248; Ausstellungen (laut Koella/Billeter): Sam Francis, Werke 1962 bis 1966, Galerie Kornfeld & Klipstein, Bern 1966,

Nr. 6, Abb. S. 13;

Monet bis Picasso. Die Sammlung Batliner, Albertina, Wien 2007/2008, S. 372, Kat. 248

Sammlungen Online 22.4.2020

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Be st an dskat alog

Rudolf Koella (2005)

Als sich der junge amerikanische Maler Sam Francis unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg in Paris niederließ,

wurde er dort schnell zu einem der wichtigsten Vertreter der abstrakten Kunst. Ausgehend vom französischen

Surrealismus, insbesondere von der Lehre des psychischen Automatismus, und tief beeindruckt von der

ostasiatischen Tuschmalerei, entwickelte er im Laufe der fünfziger Jahre eine spezi􀁑sche Methode der gestischen

Abstraktion, die er nicht nur auf die Technik des Aquarells, sondern mit ebenso großer Meisterschaft auf die viel

schwerer zu kontrollierende Ölmalerei anwandte. Bei dieser sehr spontanen Gestaltungsweise, die ihre Impulse ganz

aus der Bewegung der Hand bezieht, wird die Farbe so 􀁛üssig aufgetragen, dass sie auf dem Malgrund Lachen

bildet und in benachbarte Farb􀁛ächen eindringen kann. Wie leicht Sam Francis diese Technik von der Hand ging,

zeigt sehr schön das Ölbild Traum ist es aus den Jahren 1962-1963, das, weil die Farbe sehr 􀁛üssig und

durchscheinend aufgetragen ist, auf den ersten Blick fast wie ein Aquarell wirkt. Und wie meisterhaft ist es dem

Künstler hier doch gelungen, die mit soviel technischer Ra􀁠nesse auf die Fläche getuschten Formen als völlig

zufällig und spontan erscheinen zu lassen. Einen gegenständlichen Bezug sucht man in solchen Werken vergeblich;

nicht einmal etwas vage Metaphorisches lässt sich darin ausmachen. Dass die quallenartigen Formen auf dem

vorliegenden Bild an Meeresgetier oder an große Wasserblasen erinnern mögen, ist nicht angestrebt, sondern rein

zufällig. Ebenso rätselhaft mutet aber auch der Bildtitel an: Handelt es sich dabei vielleicht um ein Zitat, oder wollte

der Künstler damit zum Ausdruck bringen, er gehe, wenn er ein Bild male, wie im Traum vor?

Meistens tragen die Werke von Sam Francis indes keine Titel. Das gilt auch für die beiden kurz nach dem

besprochenen Ölbild entstandenen Aquarelle in der Sammlung Batliner (Inv. DL306, Inv. DL307).

zitiert aus: R. & H. Batliner Art Foundation (Hg.), Rudolf Koella (Konzept und Red.)/Felix Billeter (Wiss. Mitarb.),

Verborgene Meisterwerke (Kat. Best. R. & H. Batliner Art Foundation, Vaduz 2005), Wien 2005, S. 366, Nr. 69.

Zuletzt bearbeitet: 20/03/2019

Erstellung: 08/05/2007


Tit e l

Drakhar

Kü n st le r _in

Maurice Estève (Frankreich, 1904 - 2001)

D at ie r u n g

Sammlungen Online 22.4.2020

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1978

G at t u n g

Gemälde

Te ch n ik

Öl auf Leinwand

M aß e

73 x 92 cm

Rahmenaußenmaß: 88,5 x 107 cm

S t ift e r _in / L e ih ge be r _in

Sammlung Batliner

I n ve n t ar n u mme r

GE206DL

Be sch r ift u n ge n

Bez. l.u. "Estève 78."; verso: "Estève 78 / Drakhar"

Pr ove n ie n z

Atelier des Künstlers; Galerie Nathan, Zürich (laut Koella/Billeter 2005)

Cat alogu e r aison n é

Koella/Billeter 2005, 60

R. & H. Batliner Art Foundation (Hg.), Rudolf Koella (Konzept und Red.)/Felix Billeter (Wiss. Mitarb.), Verborgene

Meisterwerke (Kat. Best. R. & H. Batliner Art Foundation, Vaduz 2005), Wien 2005

L it e r at u r ve r z e ich n is

Robert Maillard/Monique Prudhomme-Estève, Estève, cataloague raisonné, Neuchâtel 1995, Nr. 675, Abb.;

R. & H. Batliner Art Foundation (Hg.), Rudolf Koella (Konzept und Red.)/Felix Billeter (Wiss. Mitarb.), Verborgene

Meisterwerke (Kat. Best. R. & H. Batliner Art Foundation, Vaduz 2005), Wien 2005, S. 455, Nr. 60

Zuletzt bearbeitet: 10/04/2018

Erstellung: 08/05/2007

Sammlungen Online 22.4.2020

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Tit e l

Entwurf für ein Ehrenmal des Deutschen Reiches

Kü n st le r _in

Donat Hübschmann (Leipzig vor 1540 - 1583 Wien)

G at t u n g

Zeichnung

Te ch n ik

Feder in Braun

M aß e

20 x 27,4 cm (7 7/8 x 10 13/16 in.)

I n ve n t ar n u mme r

32969

Ke n n z e ich n u n ge n

Detailbeschriftung

Pr ove n ie n z

Fürst Lichtenstein; 1960 erworben aus Auktion Fa. Klippstein Graphische Sammlung des Regierenden Fürsten von

und zu Liechtenstein, Schloss Feldsberg (Valtice); erworben 1960 aus Mitteln eines Auktionserlöses der Firma

Klipstein vom 16.6.1960

Cat alogu e r aison n é

Tietze/Tietze-Conrat 1933, 295c (Nachtrag im Albertina-Exemplar)

Hans Tietze, Erica Tietze-Conrat, Otto Benesch, Karl Garzarolli-Thurnlackh, Beschreibender Katalog der

Handzeichnungen in der Graphischen Sammlung Albertina IV/V: Die Zeichnungen der Deutschen Schulen bis zum

Beginn des Klassizismus (hrsg. von Alfred Stix), Wien 1933

Zuletzt bearbeitet: 27/01/2016

Erstellung: 21/11/2000

Sammlungen Online 22.4.2020

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Tit e l

Heuernte bei Innsbruck

Kü n st le r _in

Ludwig Richter (Dresden 1803 - 1884 Loschwitz)

D at ie r u n g

1823

G at t u n g

Zeichnung

Te ch n ik

Bleistift

M aß e

11,7 x 16,3 cm

I n ve n t ar n u mme r

25656r

Ke n n z e ich n u n ge n

l.u. "bei Insbruk" (Bleist.); re. u. in der Darst.: "dunkler Wald" (Bleist.)

Pr ove n ie n z

Sammlung Cichorius und Engelmann; erworben bei Gutekunst und Klipstein, Bern, 1929

L it e r at u r ve r z e ich n is

Kat. Gutekunst und Klipstein Nr. XXVII, Bern 1929, Nr. 10274 (?)

Be st an dskat alog u n pu bliz ie r t

Maren Gröning (2001)

Die Zeichnung entstand 1823 auf Richters Reise nach Italien, die ihn durch das Salzburger Land und durch Tirol

führte (vgl. das 12. Kapitel der Lebenserinnerungen, Richter 1909, S. 132-134: "Anderen Tags, am 24. August, kam

ich ... bei schönstem Wetter in das fruchtbare Inntal. Ich war abends in Innsbruck, wo ich Briefe und Geld von

Arnold und den Meinigen vorzu􀁑nden ho􀁙te. ... Die Briefe kamen endlich an, ... und am 5. September morgens

verließ ich Innsbruck.")

Zuletzt bearbeitet: 29/05/2012

Erstellung: 27/01/2000

Sammlungen Online 22.4.2020

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Tit e l

Burg im Gebirge

Kü n st le r _in

Ludwig Richter (Dresden 1803 - 1884 Loschwitz)

D at ie r u n g

1823

G at t u n g

Zeichnung

Te ch n ik

Bleistift

M aß e

11,7 x 16,3 cm

I n ve n t ar n u mme r

25656v

Pr ove n ie n z

Sammlung Cichorius und Engelmann; erworben bei Gutekunst und Klipstein, Bern, 1929

Be me r ku n g

2013

Aufgrund der Montierung kann die Rückseite des Blattes nicht fotografiert werden.

Zuletzt bearbeitet: 13/04/2012

Erstellung: 03/05/2000

Sammlungen Online 22.4.2020

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Tit e l

Abstraktion eines Motivs aus Hammamet (Kairouan)

Kü n st le r _in

Paul Klee (Münchenbuchsee 1879 - 1940 Muralto)

D at ie r u n g

1914, 49

G at t u n g

Zeichnung

Te ch n ik

Aquarell und Bleistift auf Papier, auf Karton

M aß e

12,5 x 9,6 cm

S t ift e r _in / L e ih ge be r _in

Dauerleihgabe der Sammlung Forberg

I n ve n t ar n u mme r

DL319

Be sch r ift u n ge n

r.u. mit Tuschfeder "Klee"; l.u. auf dem Karton mit Tuschfeder (mit Verzeichnisnummer): "1914.49."

Pr ove n ie n z

Franz Marc; Maria Marc; Klipstein & Co., Bern; Galerie Dr. Fritz und Dr. Peter Nathan, Zürich; Sammlung Forberg

Cat alogu e r aison n é

Helfenstein u. a. 1998-2004, 1158

Josef Helfenstein, Christian Rümelin, Eva Wiederkehr u. a., Catalogue raisonné Paul Klee, 9 Bde, hg. von der Paul-

Klee-Stiftung und dem Kunstmuseum Bern, Wabern-Bern 1998-2004

L it e r at u r ve r z e ich n is

Sammlungen Online 22.4.2020

page 13 / 23

Hering 1970, o. S, mit Abb.;

Triska 1979, S. 48;

AK München 1979/80, S. 402, Tf. S. 149;

Jordan 1984, S. 142;

Frontisi 1998, S. 41 f., Tf. S. 106;

AK London 2002, S. 32, Tf. S. 36;

Monet bis Picasso. Die Sammlung Batliner, hg. von K. A. Schröder, Albertina, Wien 2007/2008, S. 279, Kat. 183;

Schröder 2008, Nr. 241 (M. Mautner Markhof);

AK Paul Klee. Formenspiele, Albertina, Wien 2008, S. 93;

Zwischentöne - Die Sammlung Forberg, Albertina Wien 2011, S. 76 ff. (S. Berchtold)

Zuletzt bearbeitet: 17/10/2017

Erstellung: 18/05/2007


Tit e l

Sitzender weiblicher Rückenakt mit rotem Rock

Sammlungen Online 22.4.2020

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Kü n st le r _in

Egon Schiele (Tulln 1890 - 1918 Wien)

D at ie r u n g

1914

G at t u n g

Zeichnung

Te ch n ik

Bleistift, Deckfarben, Aquarell, auf Japanpapier

M aß e

48,2 x 31,6 cm

I n ve n t ar n u mme r

39931

Be sch r ift u n ge n

r.u. "EGON / SCHIELE / 1914", umrahmt

S t e mpe l

verso: Stempel Douanes VI 40 33

Pr ove n ie n z

Fritz Grünbaum; [Verbleib unbekannt]; Mathilde Lukacs; Galerie Kornfeld, Bern; Erich Lederer, Genf; Schenkung

durch Elisabeth Lederer 1988 (siehe Beschluss des Kunstrückgabebeirates)

Cat alogu e r aison n é

Kallir Drawings 1990/1998, 1504

L it e r at u r ve r z e ich n is

AK London 1964 a, Nr. 67;

AK Hamburg 1981, Nr. 214, Abb.;

AK Albertina 1990, Nr. 126;

AK Mailand 2000, S. 99, Abb.;

AK Amsterdam 2005, S. 110, Abb.;

Klaus Albrecht Schröder (Autor und Hg.), Egon Schiele (Kat. Ausst., Albertina, Wien 2005/2006), München, Berlin,

London, New York 2005, Nr. 170;

Helmut Friedel und Helena Pereña (Hg.), Egon Schiele "Das unrettbare Ich". Werke aus der Albertina, Ausst.- Kat.

Städtische Galerie im Lenbachhaus München, Köln 2011, Nr. 76

Kat alogt e xt

Klaus Albrecht Schröder (2005)

Neben der charakteristischen Geometrisierung der Detailformen charakterisiert die Werke aus dem Jahr 1914 die

Begrenzung der Farb􀁛ächen mit einem festen Kontur, sodass unabhängig von der Räumlichkeit des Motivs in sich

geschlossene, stilisierte Farb􀁛ächen entstehen. Die Extremitäten sind stilisiert und vereinfacht: Diese

Gestaltungsweise bindet die Figur in die Fläche.

vgl. Klaus Albrecht Schröder (Autor und Hg.), Egon Schiele (Kat. Ausst., Albertina, Wien 2005/2006), München,

Berlin, London, New York 2005, S. 305.

Zuletzt bearbeitet: 01/07/2016

Erstellung: 29/03/1999

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Tit e l

Edith Schiele mit ihrem Neffen

Kü n st le r _in

Egon Schiele (Tulln 1890 - 1918 Wien)

D at ie r u n g

1915

G at t u n g

Zeichnung

Te ch n ik

Schwarze Kreide auf Japanpapier

M aß e

48,8 x 33,5 cm

I n ve n t ar n u mme r

39932

Be sch r ift u n ge n

l.u. "EGON / SCHIELE / 1915", umrahmt

S t e mpe l

verso: Douanes VI 40 (nicht verifizierbar)

Pr ove n ie n z

Fritz Grünbaum; [Verbleib unbekannt]; Mathilde Lukacs; Galerie Kornfeld, Bern; Otto Kallir; Rudolf Leopold; Erich

Lederer, Genf; Schenkung durch Elisabeth Lederer 1988 (siehe Beschluss des Kunstrückgabebeirates)

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Cat alogu e r aison n é

Kallir Drawings 1990/1998, 1797

L it e r at u r ve r z e ich n is

AK Bern 1956, Nr. 37, Abb;

AK New York 1957, Nr. 24, Abb.;

AK Düsseldorf 1959, Nr. 169;

Leopold 1959, S. 20;

AK Darmstadt 1967, Nr. 78;

AK Albertina 1968, Nr. 255, Abb.;

Werner 1968, S. 17;

Mitsch 1974, Tafel 62;

Comini 1976, Tafel 63;

Malafarina 1982, Nr. D 81;

AK Albertina 1990, Nr. 136, Abb.;

AK Mailand 2000, S. 109, Abb.;

AK Amsterdam 2005, S. 121, Abb.;

Klaus Albrecht Schröder (Autor und Hg.), Egon Schiele (Kat. Ausst., Albertina, Wien 2005/2006), München, Berlin,

London, New York 2005, Nr. 184;

Helmut Friedel und Helena Pereña (Hg.), Egon Schiele "Das unrettbare Ich". Werke aus der Albertina, Ausst.- Kat.

Städtische Galerie im Lenbachhaus München, Köln 2011, Nr. 36

Kat alogt e xt

Klaus Albrecht Schröder (2005)

Die zweite Jahreshälfte 1915 und noch mehr das Folgejahr 1916 sind von einer durch den Militärdienst verursachten

eingeschränkten Produktivität Schieles gekennzeichnet. Die Aktdarstellung verschwindet für viele Monate fast völlig,

das Porträt wird die führende Bildgattung. Das vom Bildnis eo ipso vorausgesetzte Prinzip der Nachahmung

verdrängt zunehmend die geometrisierenden Tendenzen und die abstrakte Stilisierung des Menschenbilds.

Insbesondere in den Porträts von Familienmitgliedern und Kindern bricht sich eine neue emotionale Intimität und

Einfühlsamkeit Bahn. Von der Kreidezeichnung „Edith Schiele mit ihrem Ne􀁙en“ lässt sich kaum sagen, in welcher

Lage sich die beiden ursprünglich befunden haben. Ist Edith Schiele auf dem Rücken gelegen, ihr Kopf über den

Rand der Liegestätte hinausreichend, mit dem auf ihr lastenden Knaben? Oder lehnt sie sich umgekehrt über den

am Boden liegenden Buben, und stützt sie ihr Gewicht mit den Beinen und Armen ab? Das Thema einer zärtlichen

Frau-Kind-Beziehung wird jedenfalls durch die das Blatt zum Hochformat erklärenden Signatur zu einer

tanzähnlichen Szene verrätselt. Die gegenseitigen Berührungen geraten durch die Drehung des Blatts ambivalent zu

einer unterschwellig erotischen Begegnung.

Klaus Albrecht Schröder (Autor und Hg.), Egon Schiele (Kat. Ausst., Albertina, Wien 2005/2006), München, Berlin,

London, New York 2005, S. 328.

Zuletzt bearbeitet: 01/07/2016

Erstellung: 31/03/1999

Sammlungen Online 22.4.2020

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Tit e l

Stehende, in Tücher gehüllt (Studie für das Bildnis "Ria Munk III")

Kü n st le r _in

Gustav Klimt (Wien 1862 - 1918 Wien)

D at ie r u n g

um 1917

G at t u n g

Zeichnung

Te ch n ik

Bleistift Pencil

M aß e

Blatt: 49,8 x 32,2 cm

I n ve n t ar n u mme r

22396

Ke n n z e ich n u n ge n

Widmung d.h. Otto Nirenstein 4.XI 1920 ??

Pr ove n ie n z

Geschenk von Otto Nirenstein (Kallir) 1920

Cat alogu e r aison n é

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Strobl III, 2617

L it e r at u r ve r z e ich n is

Marian Bisanz-Prakken, "Ria Munk III von Gustav Klimt. Ein posthumes Bildnis neu betrachtet", in: Parnass 29, 2009,

3, S. 54-59 (S. 58, Abb. S. 59); AK Seoul 2009, Hangaram Art Museum, Gustav Klimt. In search of the "Total

Artwork", Kat.Nr. 83, S. 147;

AK Wien/Los Angeles 2012, Nr. 166

Zuletzt bearbeitet: 08/02/2019

Erstellung: 08/03/1999


Tit e l

Blumenstillleben (Blumen in einem Warzenkrug auf einem Tisch, links ein Stoß Bücher)

Kü n st le r _in

Paul Signac (Paris 1863 - 1935 Paris)

D at ie r u n g

Anfang 1920er-Jahre

G at t u n g

Zeichnung

Te ch n ik

Schwarze Kreide, Aquarell

M aß e

22 x 23,5 cm

I n ve n t ar n u mme r

23293

Be sch r ift u n ge n

r.u. "P. Signac" (mit schwarzer Kreide)

Pr ove n ie n z

Otto Nirenstein (Kallir); erworben 1924

Cat alogu e r aison n é

Ekelhart 2007, 310

Sammlungen Online 22.4.2020

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Christine Ekelhart (Bearb.), Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19.

und 20. Jahrhunderts der Albertina, Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien

u.a. 2007

Be st an dskat alog

Christine Ekelhart (2007)

Im Vergleich zu den zahlreichen Marine- und Landschaftsdarstellungen sind Stillleben in Signacs OEuvre eher selten.

Einige entstanden vor allem in den frühen Jahren, zwischen 1883-1887, wobei es sich allerdings um keine reinen

Blumenstücke handelt (siehe z.B. AK Paris 1963/64, Nr. 3, 6, 9). Ein im Sujet dem Albertina-Blatt nah verwandtes

Gemälde einer "Vase mit Anemonen" (AK Paris 1963/64, Nr. 74) in Privatbesitz wird um 1910 angesetzt. Ein

"Stillleben mit Kara􀁙e und Wassermelone" im Courtauld Institute in London ist mit 1918 datiert und steht, m.E., dem

Aquarell der Albertina noch näher (AK Impressionism for England, Samuel Courtauld as Patron and Collector,

Courtauld Institute Galleries, London 1994, Nr. 84, Farbabb.). In dem vorliegenden Blatt ist - wie in den meisten

Aquarellen Signacs - die Komposition mit schwarzer Kreide festgelegt, während dann Licht und Farben mit zügigen

farbigen Pinselstrichen eingefangen werden: "Durch Verzicht auf alle verschwommenen Farbmischungen und durch

ausschließlichen Gebrauch der optischen Mischung reiner Farben durch methodischen Divisionismus und strikte

Beachtung der wissenschaftlichen Farbtheorie vermag der neo-impressionistische Maler ein Maximum an

Leuchtkraft, Farbintensität und Harmonie zu scha􀁙en" (Paul Signac, D'Eugène Delacroix au néo-impressionisme,

Paris 1899, Neuau􀁛age Paris 1964, S. 114). Was die Freiheit und Großzügigkeit des Farbauftrages in der Zeichnung

der Albertina anbelangt, ist Signac noch einen Schritt über das Londoner Aquarell hinausgegangen. Die Zeichnung

dürfte Anfang der 1920er-Jahre entstanden sein.

zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle

des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI,

Wien/Köln/Weimar 2007, S. 670, Nr. 310.

Zuletzt bearbeitet: 27/11/2018

Erstellung: 18/05/2000


Tit e l

Le Havre mit Regenwolken

Kü n st le r _in

Paul Signac (Paris 1863 - 1935 Paris)

D at ie r u n g

1920er-Jahre

G at t u n g

Zeichnung

Sammlungen Online 22.4.2020

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Te ch n ik

Schwarze Kreide, Aquarell

M aß e

30,4 x 45,3 cm

I n ve n t ar n u mme r

23296

Be sch r ift u n ge n

l.u. "P. Signac / Le Havre." (mit schwarzer Kreide)

Ke n n z e ich n u n ge n

l.u. "2 x [?]" (mit schwarzer Kreide)

Pr ove n ie n z

Otto Nirenstein (Kallir); erworben 1924

Cat alogu e r aison n é

Ekelhart 2007, 309

Christine Ekelhart (Bearb.), Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19.

und 20. Jahrhunderts der Albertina, Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien

u.a. 2007

Be st an dskat alog

Christine Ekelhart (2007)

Die Albertina besitzt insgesamt vier Landschaftsaquarelle von Signac mit Ansichten von Montauban (Inv. 23297),

Rodez (Inv. 23294), Saint-Paul-de-Vence (Inv. 23295) und Le Havre.

Die beiden Aquarelle von "Montauban" und "Le Havre" stehen einander stilistisch näher, vergleicht man etwa die

Ausführung des Himmels mit langen, vehementen Kreidestrichen, während "Saint-Paul-de-Vence" und "Rodez"

einen deutlich großzügigeren und aufgelockerteren Pinselduktus aufweisen. Bei der Zahl die in dem "Le Havre"-

Blatt unterhalb der Signatur zu sehen ist, lässt sich nur die erste Zi􀁙er, ein Zweier, deutlich erkennen. Die

nachfolgende Zahl, wenn es überhaupt eine war, ist nicht mehr lesbar. Man könnte vermuten - da auch die

Schreibweise des Zweiers der Signacs sehr ähnlich ist -, dass es sich bei dieser Angabe möglicherweise um eine

eigenhändige Jahreszahl handelt, was eine Entstehung in den 1920er-Jahren bedeuten würde.

zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle

des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI,

Wien/Köln/Weimar 2007, S. 668, Nr. 309.

Zuletzt bearbeitet: 04/05/2012

Erstellung: 18/05/2000

Sammlungen Online 22.4.2020

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Tit e l

Blick auf Montauban bei Regen

Kü n st le r _in

Paul Signac (Paris 1863 - 1935 Paris)

D at ie r u n g

1922 (?)

G at t u n g

Zeichnung

Te ch n ik

Schwarze Kreide, Aquarell

M aß e

27,8 x 37,4 cm

I n ve n t ar n u mme r

23297

Be sch r ift u n ge n

r.u. "P. Signac / Montauban" (mit schwarzer Kreide)

Pr ove n ie n z

Otto Nirenstein (Kallir); erworben 1924

Cat alogu e r aison n é

Ekelhart 2007, 307

Christine Ekelhart (Bearb.), Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19.

und 20. Jahrhunderts der Albertina, Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien

u.a. 2007

L it e r at u r ve r z e ich n is

AK Australien 1977, Nr. 56;

Koschatzky 1982, Nr.166 (Abb.);

AK München 1986, Nr. 73;

AK Innsbruck/Albertina 1991, außer Katalog;

Albertina, Meisterzeichnungen: C.D. Friedrich bis Cézanne, hrsg. von Klaus Albrecht Schröder, Bad Vöslau: Grasl

Druck & Neue Medien 2003, Abb.77

Be st an dskat alog

Christine Ekelhart (2007)

Sammlungen Online 22.4.2020

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Anfänglich vom Impressionismus Monets beein􀁛usst, entwickelte Signac ab etwa 1885 gemeinsam mit Seurat eine

neue künstlerische Richtung, die von dem Kritiker Félix Fénéon 1886 als Neoimpressionismus bezeichnet wurde:

Man dürfe nur Punkte oder kurze Pinselstriche in reinen, ungemischten Farben nebeneinander setzen, um ihre

Leuchtkraft zu bewahren und die Mischtöne erst optisch im Auge des Betrachters entstehen zu lassen. Nach der

maßgeblich an Seurat orientierten pointilistischen oder auch divisionistischen Malweise, in der Signac seine Arbeiten

ausschließlich aus Punkten aufbaute, änderte er diese etwa ab 1895 - einige Jahre nach dem Tod Seurats - radikal.

Es überwiegen zunehmend breite Striche und größere Flecken, so dass die Farbsetzungen einzeln für sich

erkennbar bleiben und zugleich wie Töne zu einer Harmonie zusammenklingen (siehe dazu AK Farben des Lichts,

Paul Signac und der Beginn der Moderne von Matisse bis Mondrian, Westfälisches Landesmuseum, Münster 1996).

Das vorliegende Aquarell illustriert sein kunsttheoretisches Konzept auf anschauliche Weise: Verschieden große,

leuchtende Farb􀁛ecken 􀁑nden sich in unterschiedlicher Dichte neben einander gesetzt, wobei ihre Farbintensität

durch den stellenweise ausgesparten, hellen Papierton noch verstärkt wird. Die Ansicht von Montauban, der

Geburtsstadt Ingres', wird in der Bildmitte von dem ehemaligen Bischofspalast aus dem 17. Jahrhundert dominiert,

in dem sich heute das Musée Ingres be􀁑ndet. Links davon erkennt man die Kirche Saint-Jacques und rechts die

Kathedrale Notre-Dame. Über den Fluss Tarn im Vordergrund, in dem sich die Silhouette des Palastes und der

Gewitterhimmel lebhaft spiegeln, stellt die aus dem 14. Jahrhundert stammende Brücke kongenial die Verbindung

zu der Stadt im Mittelgrund her.

Das Aquarell ist wie die meisten Zeichnungen Signacs, die auf seinen vielen Reisen entstanden, undatiert. Signac

war 1912 während einer Besichtigungstour durch den Südwesten Frankreichs zum ersten Mal in Montauban, dann

erst wieder zu Weihnachten 1922. Von diesem Aufenthalt ist bekannt, dass er viel aquarellierte und das Musée

Ingres besucht hat (AK Paris/Amsterdam/New York 2001, S. 111, 113), was eher für eine Entstehung des Blattes in

dieser Periode sprechen würde.

zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle

des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI,

Wien/Köln/Weimar 2007, S. 664, Nr. 307.

Zuletzt bearbeitet: 25/06/2018

Erstellung: 18/05/2000

Sammlungen Online 22.4.2020

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